Die
PISA-Studie
Fünf junge
Parteivorstandsmitglieder fordern in einem Diskussionspapier eine nachhaltige
Bildungsreform

Das
Diskussionspapier im Wortlaut
Die Bundestagsabgeordnete
Kerstin Griese ist Mitautorin eines umfassenden Diskussionspapiers, das fünf
junge SPD-Parteivorstandmitglieder als Reaktion auf die Pisa-Studie
geschrieben haben. Kerstin Griese, die drei SPD-Landesvorsitzenden Heiko Maas
(Saar), Christoph Matschie (Thüringen) und Ute Vogt (Ba-Wü) sowie das
beratenden Parteivorstandsmitglied Juliane Seifert von den Juso-Hochschulgruppen
fordern nachhaltige Reformen im Bereich des Bildungswesens. Sie umreißen
ihre Reformvorstellungen in sechs Forderungen und Thesen.
- Früher
fördern heißt, dass in Kindergärten, Vor- und Grundschulen
Bildung kindgerecht vermittelt werden müsse. Dazu gehöre eine öffentliche
Betreuungsinfrastruktur, um soziale Barrieren zu reduzieren.
- Ganztagsschulen
bedarfsgerecht einführen: Dies habe nicht nur eine familien-, gleichstellungs-
und arbeitsmarktpolitische Perspektive, sondern könne die Schulen in die
Lage versetzen, auch einen Erziehungsauftrag zu erfüllen.
- Lernschwache
SchülerInnen gesondert fördern bedeute, das Augenmerk auf Schulen
mit einem hohen Anteil von Kindern aus bildungsfernen Schichten zu richten.
- Unterricht
reformieren bedeute, fächerübergreifenden Unterricht zu verstärken.
Die Vermittlung der deutschen Sprache müsse stärkeres Gewicht erhalten.
Das Interesse an Naturwissenschaften müsse schon bei jüngerne Schülern
gefördert werden.
- Durchlässigkeit
erhöhen frühzeitige Selektion verhindern fordern die fünf
AutorInnen. Sie weisen darauf hin, dass die meisten EU-Nachbarn ihre Kinder für
mindestens acht Jahre auf eine gemeinsame Schule schicken. Eine Ausweitung der
Grundschule auf sechs Jahre beziehungsweise eine entsprechende Orientierungsstufe
könne als erster Schritt neue Chancen eröffnen.
- Lehrer- und
Erzieherausbildung reformieren: Wenn der Auftrag der Kindergärten um
Bildungsausgaben erweitert wird, müsse auch die Erzieherausbildung reformiert
werden. Das Lehrerstudium müsse mit der Pädagogik- und Didaktikausbildung
vom ersten Semester an verzahnt sein.
Unterstützung
finden die Forderungen der fünf Parteivorstandsmitglieder durch die Empfehlungen
des von der Regierung einberufenen Forums Bildung. Auf deren Kongress
forderten sowohl Bildungsministerin Bulmahn als auch Bundespräsident Rau
die Einführung von mehr Ganztagsschulen. Diese könnten Bildungsbarrieren
abbauen und soziale Ausgrenzung verhinderm, Sprachkompetenz erhöhen und individuelle
Begabungen besser fördern. Johannes Rau drang darauf, eine neue Reform in
Angriff zu nehmen mit dem Ziel, allen eine bessere Teilhabe an Bildung zu sichern.
OECD
PISA Deutschland
www.pisa.oecd.org
Die
Zeit: Pisa, Timss & Co. eine Dokumentation zur Schulbildung
15.1.02
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