
Liebe Bürgerinnen und Bürger, ehrenamtlich und freiwillig aktive Menschen sind der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Ich bewundere Vieles, was im Sozialbereich, im Sport, in der Kultur, in anderen Themenfeldern, in Vereinen und Verbänden passiert. Deshalb habe ich 2008 das forumehrenamt ins Leben gerufen, das sich in unregelmäßigen Abständen trifft. Jedes Jahr organisiere ich eine Reise in die Bundeshauptstadt, zu der ich Ehrenamtliche einlade. In den Vorjahren sind diese Berlinfahrten auf besonders großes Interesse gestoßen. Ich möchte nun noch mehr Interessierten die Chance geben, an dieser Tagung in Berlin teilzunehmen und möchte Sie herzlich einladen. Denn die Politik braucht die Anregungen der Menschen, die sich für eine solidarischere und sozialere Gesellschaft engagieren. Mit freundlichen Grüßen Rückblick auf die Aktivitäten des forumsehrenamt Erstes Treffen im Deutschen Bundestag
„Ich möchte das Ehrenamt in der Öffentlichkeit präsenter machen, aber auch den Teilnehmern hier vor Ort die Gelegenheit geben, sich und ihre Projekte kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. Denn oftmals wissen die verschiedenen Ehrenamtlichen gar nichts von der Arbeit der anderen“, sagte Griese der RP. Die Zeitung stellte fest: „Das gelang schon bei der Vorstellungsrunde: Hier trafen die unterschiedlichsten ehrenamtlichen Projekte aufeinander, kirchliche, kulturelle und soziale, Projekte mit Kindern, Senioren und Natur. Am Ende stellte Griese fest: ,Das ist alles so interessant, dass ich am liebsten mit allen von Ihnen noch eine halbe Stunde allein weiter reden würde.‘“ Auch im Bundesfinanzministerium wurde über das Ehrenamt diskutiert. Dort stellte Staatssekretärin Nicolette Kressl die steuerlichen Rahmenbedingungen des bürgerschaftlichen Engagements vor. Anschließend fand eine Besichtigung des Ministeriumsgebäudes statt, das einstmals als Reichsluftfahrtministerium von Göring erbaut wurde. Mit Besuchen des Holocaust-Mahnmals, der Mauer-Gedenkstätte und einer Stadtrundfahrt umfasste das viertägige Reiseprogramm eine Reihe von historischen Programmpunkten. Außerdem nahm die Gruppe an einer Sendung des ZDF-Morgenmagazins teil, bei der einige Teilnehmer ihre Projekte ansprechen konnten. „Die Reise war noch interessanter und spannender als wir erwartet hatten", sagte ein Teilnehmer bei dem Abschlussempfang der Berlinfahrt. Erstes Treffen im Heiligenhauser Club
NRW habe sich schon sehr früh im Bereich Engagement engagiert und einen Ehrenamtsnachweis eingeführt, sagte Ulrike Sommer, die als nordrhein-westfälische Vertreterin im Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement aktiv ist. Der Ehrenamtsnachweis sei bei der Rückkehr in den Beruf und beim Berufswechsel nützlich, um ihn dem Arbeitgeber vorzuweisen. „Nicht nur die klassische Schulausbildung ist wichtig“, bestätigte Kerstin Griese. „Immer mehr Arbeitnehmer achten darauf, ob jemand auch ehrenamtlich aktiv ist.“ „Das Land hat dafür gesorgt, dass die Lücken bei der Unfall- und Haftpflichtversicherung geschlossen sind“, sagte Sommer. 300.000 Euro investiere das Land jährlich in Versicherungspolicen. „Die Ehrenamtskarte ist im Prinzip wie eine Bonuskarte“, stellte sie eine weitere NRW-Initiative vor, die das freiwillige Engagement fördern soll. Dies sei „ein Stück Anerkennung für Ehrenamtliche, die sich pro Woche mindestens fünf Stunden engagieren.“ Zehn Kommunen gehören zur Pilotgruppe, darunter auch Ratingen. Velbert werde demnächst dazukommen. „Wir sind auf besonders engagierte Kommunen zugegangen.“ Kerstin Griese will sich dafür einsetzen, dass die Ehrenamtskarte im Kreis Mettmann flächendeckend eingeführt wird, damit die Vergünstigungen über die Stadtgrenzen hinaus genutzt werden können. Griese berichtete, dass der Bund ein Gesetz zur Förderung des freiwilligen Engagements beschlossen habe, um die Ehrenamtler steuerlich besserzustellen. Dabei sei es darum gegangen, auch bei Spenden an die Vereine Bürokratie abzubauen. Eine besondere Erfolgsgeschichte seien die Jugendfreiwilligendienste. „Über 24.000 Jugendliche sind daran beteiligt“, sagte Griese, die als Familienausschussvorsitzende im Bundestag für dieses Thema zuständig ist. Neu seien die Freiwilligendienste für alle Generation. „In diesem Programm ist Ratingen vom Bund als Leuchtturmprojekt anerkannt worden – ausgewählt aus 200 Bewerberstädten.“ Timo Schönmeyer, der in der Velbert Stadtverwaltung für die FreiwilligenAgentur zuständig ist, lobte die Arbeit der Ehrenamtler. „12 ehrenamtliche Mitarbeiter besetzen das Agentur-Büro in Rathaus und 36 Vereine und Verbände sind im Trägerverein. Wir haben in gut drei Jahren 270 Freiwillige vermittelt.“ Der Bedarf bei den Vereinen und Inititativen sei sehr hoch. Auf die Grieses Frage, welche Gruppen sich als Freiwillige meldeten, antwortete Schönmeyer: „Mehrheitlich Frauen, eher Leute oberhalb von fünfzig Jahren.“ Soziales und Pflege, Vorlesepatenschaften und Nachhilfe seien die Schwerpunktbereiche. Die Ratingerin Dorit Schäfer berichtete, dass die Freiwilligenbörse ein Zusammenschluss verschiedener Verbände und der Stadt Ratingen sei. Sieben ehrenamtliche Teammitglieder sorgen für die Vermittlung, wobei der SKF die Infrastruktur stelle. „Über 200 Freiwillige sind registriert.“ 150 habe die Börse seit 2006 vermittelt. Dabei sei die Hausaufgabenbetreuung ist ein ganz wichtiger Bereich. „Viele wollen auch in die Seniorenbetreuung aktiv werden“, sagte Schäfer als Vertreterin der Freiwilligenbörse. Auch Heiligenhaus habe sich ins Ehrenamt vorgewagt, berichtete Jörg Saborni von der Stadtverwaltung. 50 Vereine seien beim Tag des Ehrenamtes dabei gewesen. Heiligenhaus werde beim Aufbau einer Freiwilligenvermittlung Schritt für Schritt nachziehen. Bereits jetzt gäbe es ehrenamtliche Senioren-Sicherheitskräfte, die andere über Trickbetrug und Verkehrssicherheit aufklären. Außerdem werden Ehrenamtliche für das neu gegründete Demenznetz gesucht. Rainer Rompf, der zusammen mit Gerd Bohnen das Wülfrather Freiwilligen Forum aufgebaut hat, berichtete von einem eher verhaltenen Start. Begonnen habe man mit einem Angebot zur Reparatur von Holzspielzeug in Kindergärten, erzählte er von dem Forum, dessen Büro sich im Rathaus befindet. „Wülfrath ist eine kleiner Stadt: da fragt man den Nachbarn, um ehrenamtlich aktiv zu werden“, so Rompf. „Zu uns kommen zumeist Leute, die neu zugezogen sind.“ „Wenn die Leute häufiger umziehen, spielen Börsen und Agenturen einen immer größere Rolle“, bestätigte Kerstin Griese. „Früher sind die Leute in die kirchliche Arbeit, die Arbeiterwohlfahrt oder den Schützenverein hineingewachsen.“ Ulrike Sommer ergänzte: „Die Leute suchen nichts für das Leben, sondern wollen sich für ein begrenztes Projekt engagieren.“ Deswegen seien die örtlichen Freiwilligenbüros unverzichtbar, so Griese. Zweite Tagung in Berlin Ein großer Erfolg war die zweite Fahrt des forumehrenamt nach Berlin, die im März 2009 stattfand. Kerstin Griese hatte erneut 48 Bürgerinnen und Bürger eingeladen. „Das Programm war gut ausgewählt und sehr interessant“, lobte Peter Hense, Pressereferent des Ratinger Karnevalsausschusses, die drei Tage in Berlin. „Der Höhepunkt war das Treffen mit unserem Finanzministers Peer Steinbrück“, sagte Rosemarie Goldmann vom VdK Langenberg. Der Finanzminister beantwortete nicht nur eine Reihe von Fragen zum Ehrenamt, sondern berichtete aktuell über die in der Nacht zuvor stattgefundenen Koalitionsverhandlungen und die Auswirkungen der Finanzmarktkrise. In drei Arbeitsgruppen, die in verschiedenen Räumen des Bundestages tagten, hatten die Ehrenamtler die Chance, eingehend über ihre Vorstellungen des bürgerschaftlichen Engagements zu diskutieren. Mit einem Besuch des Informationszentrum für die Stasi-Unterlagen, des Holocaust-Mahnmals und einer Stadtrundfahrt mit Bus und Schiff wurde das Programm abgerundet.
Rosemarie Goldmann sagte: „Zur Verabschiedung hat uns Kerstin Griese in die Kneipe ,Wahlkreis‘ eingeladen, bei einem Bier und guten Gesprächen bedankten wir uns herzlich bei unserer sympathischen SPD-Frau.“ Zweites Treffen im Heiligenhauser Club „Die meisten Ehrenamtlichen sind im Sport aktiv“, stellte Kerstin Griese fest, als sie Ilse Ridder-Melchers begrüßte. Die Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) war im Rahmen des forumehrenamt Niederberg/Ratingen in den Heiligenhauser Club gekommen. „Wir haben 27 Millionen Mitglieder“, erläuterte Ridder-Melchers, die im DOSB-Präsidium für Frauen und Gleichstellung zuständig ist, die Bedeutung des Sports. Immerhin seien 40 Prozent der Vereinsmitglieder Frauen. Sie plädierte dafür, dass dies mehr werde. Denn Vereine, in denen Frauen ehrenamtlich Verantwortung tragen, seien erfolgreicher. Kerstin Griese, die als Familienausschussvorsitzende im Bundestag auch für das Ehrenamt zuständig ist, forderte eine „Kultur der Anerkennung“ für das freiwillige Engagement. Ilse Ridder-Melchers stimmte zu und lobt insbesondere Peer Steinbrück, der den DOSB-Sonderpreis „pro Ehrenamt“ erhalten habe. Er habe sich „ausgerechnet als Finanzminister“ die Stärkung der ehrenamtlichen Struktur auf die Fahnen geschrieben. Mit dem Programm „Hilfen für Helfer“ habe Steinbrück steuerliche Verbesserungen für Ehrenamtliche initiiert, erläuterte Griese. „Zusätzlich hat der Bundestag im letzten Monat deutlich verbesserte Haftungsregelungen für die Aktiven in den Vereinen beschlossen.“ Ridder-Melchers wies darauf hin, dass der Sport bereits jetzt einen erheblichen Beitrag für die soziale Integration von Jugendlichen leiste. „Der Vereinsbeitrag beträgt im Durchschnitt gerade einmal 3,50 Euro.“ Griese sprach sich dafür aus, dass man Modelle finden müsse, dass beispielsweise die Kommune für Kinder aus Hartz-IV-Familien die Vereinsbeiträge übernimmt. Dritte Tagung in Berlin Schon zum dritten Mal empfing Kerstin Griese das von ihr initiierte forumehrenamtim Berliner Bundestag. 48 ehrenamtlich Engagierte waren in die Hauptstadt gereist, um ein dreitägiges Informations-, Diskussions- und Besichtigungsprogramm zu absolvieren. „Der Staat braucht Menschen wie Sie. Ehrenamtliches Engagement ist ein Ausdruck von Verantwortungsbewusstsein“, begrüßte Griese ihre Gäste im Europasaal des Bundestages. Sie zeigte sich überaus beeindruckt von dem breiten Spektrum der Tätigkeiten, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der großen Diskussionrunde vorstellten. Vom Wülfrather Hermann-Josef Roder, der im Hospizverein tätig ist, über den Ratinger DGB-Vorsitzenden und Baukirchmeister Lothar Herrmann bis hin zur Velberterin Bärbel Müller, die sich in einem kleinen Sportverein engagiert, war nahezu jedes Ehrenamtsfeld vertreten. Die Abgeordnete Griese berichtete über das Konzept des Bundesfreiwilligendienstes, das nach einem Aussetzen der Wehrpflicht an die Stelle des Zivildienstes ersetzen soll. Es wäre besser gewesen, das bewährte Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) auszubauen, kritisierte die SPD-Politikerin die Bundesfamilienministerin Schröder. „Langfristig sollte das Ziel sein, einen einheitlichen Dienst anzubieten, der gleich gefördert wird und der den Bildungscharakter des FSJ erhält.“ Im Zuge der Beratungen sei es immerhin gelungen, den Bundeszuschuss zum FSJ von bisher 72 auf künftig 200 Euro zu erhöhen. Damit werde die Gefahr, dass sich alle Interessierten auf die geplanten 35.000 Bundesfreiwilligendienst-Stellen drängen, abgemildert. „Dennoch ist nicht sicher, ob eine möglichst ähnliche finanzielle Ausgestaltung von FSJ und Bundesfreiwilligendienst realisiert wird“, sagte Kerstin Griese in der Diskussion mit den Ehrenamtlern aus ihrem Wahlkreis. Anschließend führte Griese die Gruppe vom Paul-Löbe-Haus in den Reichstag. Die gelernte Historikerin erläuterte dort einige interessante Details des Gebäudes. „Für mich hat sich die Reise wegen des Besuches des Bundestags, der privat so nicht besichtigt werden kann, auf jeden Fall gelohnt“, lobte Bärbel Müller diesen Höhepunkt des Programms. Anschließend ging es noch auf die Kuppel, die nach den Terrorwarnungen erstmals wieder für namentlich angemeldete Gruppen betreten werden durfte, während sie für den allgemeinen Publikumsverkehr weiterhin gesperrt ist. Schon beim Betreten des Parlamentsgebäudes am frühen Morgen spürten die Teilnehmer die verschärfte Sicherheitslage und musste lange an einem Kontrollposten warten, der mit zu den weiträumigen Absperrungen rund um den Bundestag gehörte.
Mit einer Diskussion in der NRW-Landesvertretung, einer Stadtrundfahrt, einer Besichtigung der Ausstellung „Topografie des Terrors“ und einer Führung durch die Stasi-Haftanstalt in Hohenschönhausen gab es verschiedene weitere Programmpunkte, die die Tagung im Bundestag ergänzten. Vierte Tagung in Berlin45 Ehrenamtliche folgten 2011 Kerstin Grieses Einladung nach Berlin, als sie erneut eine Tagung des forumehrenamtim Bundestag veranstaltete. Im Saal des Arbeits- und Sozialausschusses trafen sich die freiwillig Engagierten aus Niederberg und Ratingen, um sich über ihre unterschiedlichen Einsatzfelder auszutauschen. „Soziales, Kultur, Kirche, Umwelt, Politik, Sport“, zählte Kerstin Griese einige der unterschiedlichen Aufgaben auf, die ihre Gäste ausfüllen. Gisela Kuhl, die in der Velberter Freiwilligen Agentur tätig ist, freute sich über die Möglichkeiten, sich mit den Mitreisenden auszutauschen. „Die Leute kennen zu lernen, die hinter den ehrenamtlichen Tätigkeiten stecken“ habe ihr sehr gefallen. Kerstin Griese erläuterte die neuen Pläne für einen Bundesfreiwilligendienst und betonte ihre Befürchtungen, dass dieser Dienst mit dem bewährten Freiwilligen Sozialen Jahr in Konkurrenz treten könnte. Anschließend sprach Griese zu diesem Thema in der Plenardebatte des Bundestages.
Neben dem Bundestag gehörten zum Programm ein Besuch bei der Obdachlosenarbeit der Berliner Stadtmission sowie Führungen in der ehemaligen Stasi-Zentrale und im Anne-Frank-Zentrum. „Die Fahrt war einfach nur ein tolles Geschenk“, bedankte sich Renate Duderstadt, die an Schulen in Ratingen und Heiligenhaus Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung anbietet. Drittes Treffen im Heiligenhauser Club „Die Kleinen sollen spielend lernen können“, sagte die Landesfamilienministerin Ute Schäfer bei „Kerstin Griese trifft …“ im Heiligenhauser Club. Schäfer versteht ihr Ministerium neben Schule und Hochschule als „drittes Bildungsministerium“ mit ihren Zuständigkeiten für Familie, Kinder, Jugend, Kultur, Sport sowie das freiwillige Engagement und die politische Bildung. „Auch das Ehrenamt ist ein Bereich, in dem man gebildet wird“, so Schäfer. „Wofür? Fürs Leben“, sagte sie zu den vielen Engagierten aus dem forumehrenamt, die Kerstin Griese zu der Diskussion eingeladen hatte.
Ute Schäfer sprach auch das Verfassungsgerichtsurteil zum Landeshaushalt an. „Das hat uns getroffen“, räumte sie ein. Denn Investitionen seien laut Gerichtsurteil ausschließlich Baumaßnahmen. Sie sei jedoch der Auffassung, dass auch Kinder und Bildung als Investitionen anerkannt werden müssten. „Investitionen in Bildung beschleunigen das Wirtschaftswachstum“, verweist sie auf ein neues Denken auch in der Wirtschaftswissenschaft. Insbesondere die frühkindliche Bildung sei von sehr großer Bedeutung. Nicht nur große Banken, auch „Kinder und Jugendliche sind systemrelevant“, sagte Schäfer unter dem Beifall der 80 Besucherinnen und Besucher im Club.
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