Berlin | Netzwerk und Youngster

Netzwerk 2010 gegründet

Ideen und Perspektiven für die Zukunft der Sozialdemokratie

Netzwerk 2010


Kerstin Griese, Geschäftsführer Machnig, Olaf Scholz, Ute Vogt und Christoph Matschie stellen das Netzwerk 2010 vor.

Der SPD-Parteivorstand hat die Sprecherin der Youngster in der Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, in die Leitung des neu gegründeten Forums Netzwerk 2010 berufen. Zusammen mit Christoph Matschie, Olaf Scholz und Ute Vogt steht sie nun an der Spitze eines Projekts, das abseits der traditionellen Parteiarbeit auch interessierten Nichtmitgliedern ein Forum bieten soll.

„Am Anfang war es nur eine kleine Gruppe, die jenseits der vorgefundenen Denk-Automatismen von rechten Seeheimern und Parlamentarischer Linke in der Fraktion ein Forum zum unkonventionellen Nachdenken ins Leben rief“, schreibt die in Düsseldorf erscheinenende Rheinische Post über das von jungen Bundestagsabgeordneten geknüpfte Netzwerk Berlin. Jetzt habe sich die SPD-Zentrale „an die Spitze der Bewegung gestellt“ und das neue Netzwerk 2010 zur offiziellen „Projektgruppe“ erhoben – mit Antragsrecht für den Bundesparteitag.

Die Partei wolle von oben kräftig helfen, dass die Netzwerke von unten nun überall üppig wachsen, berichtet die Rheinische Post. „Die Niederrhein-SPD brauchte den Aufruf nicht. Dort wird längst an einem regionalen Netzwerk gebastelt, wie unter www.netzwerknrw.de auch im Internet zu verfolgen ist.“ Die Düsseldorfer SPD-Abgeordnete Kerstin Griese habe mit dem Neusser SPD-Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig, beides Berliner Netzwerker, sowie weiteren jüngeren Politikern ordentlich vorgeknüpft.

Eingehend geht die FAZ in ihrem Bericht auf das Verhältnis zwischen Netzwerk 2010 und dem Netzwerk Berlin ein:

„Manche in der SPD glauben, das ,Netzwerk 2010‘ seit aus einer Initiative jüngerer Bundestagsabgeordneten hervorgegangen, die sich auch Netzwerk nennen, Vortragsveranstaltungen organisieren und die Zeitschrift ,Berliner Republik‘ herausgeben … Sie haben ein unideologisches Verstäöndnis von Politik. Verkehrsminister Bodewig ist – gemessen an seiner politischen Karriere – ihr bisher erfolgreichstes Mitglied. Auch die Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Bartels, Kerstin Griese, Christian Lange sowie zwei Abgeordnete, die zugleich Lndesvorsitzende sind (Chrisoph Matschie, Thüringen; Ute Vogt, Baden-Württemberg) gehören dazu. Doch ist diese Gruppe eher ein politischer Flügel jüngerer und aufstrebender Sozialdemokraten, nicht aber eine Veranstaltung der Partei insgesamt. Dieser Charakter wurde beim bundesweiten ,Netzwerk 2010‘ grundlegende verändert. Der Bundesgeschäftsführer der SPD, Machnig, organisierte die Neufassung, deren Zusammensetzung sich nicht an der politischen Auffassung der Mitglieder, sondern am Alter (möglichst jünger als 46 Jahre) und an mutmaßlichen Führungsperspektiven orientiert … Es gibt einen Sprecherkreis, der aus vier Bundestagsabgeordneten besteht. Dazu zählt die jüngere, aus Nordrhein-Westfalen stammende Kerstin Griese sowie die Landesvorsitzenden Vogt, Matschie und Olaf Scholz (Hamburg); mit Ausnahme von Scholz gehörten alle Sprecher schon früher zum engeren Kreis des Berliner Netzwerkes. Nun sollen sie Hilfe aus der Parteizentrale erhalten, die Machnig organisieren wird.“

Das Netzwerk 2010 hat die Aufgabe, in einem offenen Diskussionsprozess Ideen und Perspektiven für die Zukunft der Sozialdemokratie zu entwickeln. Der Gündungsaufruf wurde in Frankfurter Rundschau veröffentlicht. Er, der das Selbstverständnis und die Schwerpunkte des Netzwerks 2010 darstellt, trägt die Unterschrift von 30 InitiatorInnen und weiteren 90 ErstunterzeichnerInnen. Darin heißt es: „Es wird die Aufgabe einer neuen Generation von Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sein, in Zukunft selbst Verantwortung zu übernehmen für die Entwicklung der SPD. Wir wollen daran mitwirken, diesen Prozess vorzubereiten.“

Das Netzwerk 2010 ist ein Forum, das engagierten Personen offen steht, die in der Politik Funktionen bzw. Mandate bekleiden oder in Wirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaften, Kultur und Verbänden verantwortlich tätig sind. In diesem Forum kann die jüngere Generation wichtige gesellschafts-, parteipolitische und ökonomische Fragen diskutieren.

Kerstin Griese: „Wir wollen im Netzwerk 2010 Verantwortung für die Weiterentwicklung der SPD übernehmen und aktiv die notwendige Modernisierung gestalten. Wir konzentrieren uns zunächst auf die Bereiche Wirtschaftsordnung und Arbeitsgesellschaft, Zukunft von Bildung und Qualifizierung sowie auf die Balance zwischen individueller und gesellschaftlicher Verantwortung.“

Der Gründungsaufruf des Netzwerks 2010


Nach der Erstunterzeichnung des Gründungsaufrufs: von Eva Kampmeyer (links) bis Kerstin Griese (rechts im Bild).

Die InitiatorInnen des Gründungsaufrufs:

Dr. Hans-Peter Bartels (Schleswig-Holstein)
Susann Biedefeld (Bayern)
Kurt Bodewig (Nordrhein-Westfalen)
Katrin Budde (Sachsen-Anhalt)
Hans-Martin Bury (Baden-Württemberg)
Sebastian Edathy (Niedersachsen)
Kerstin Griese ((Nordrhein-Westfalen)
Dr. Eva Kampmeyer (Niedersachsen)
Dr. Susanne Knorre (Niedersachsen)
Ulrich Kelber (Nordrhein-Westfalen)
Nina Hauer (Hessen)
Hubertus Heil (Niedersachsen)
Christian Lange (Baden-Württemberg)
Barbara Ludwig (Sachsen)
Heiko Maas (Saarland)
Matthias Machnig (Berlin)
Christoph Matschie (Thüringen)
Benjamin Mikfeld (Nordrhein-Westfalen)
Dr. Carola Reimann (Niedersachsen)
Birgit Roth (Rheinland-Pfalz)
Michael Roth (Hessen)
Carsten Schneider (Thüringen)
Olaf Scholz (Hamburg)
Karsten Schönfeld (Thüringen)
Rolf Schwanitz (Sachsen)
Dr. Carsten Sieling (Bremen)
Rolf Stöckel (Nordrhein-Westfalen)
Rainer Speer (Brandenburg)
Ute Vogt (Baden Würtemberg)
Nico Voss (Mecklenburg-Vorpommern)

FAZ.net: SPD gründet Netzwerk 2010
Tagesspiegel: „Netzwerk 2010“ – Integration junger Menschen
Die Welt: SPD gründet Netzwerk 2010

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